Das Gesamtkonzept der GeReSo mbH
Sparte Elektro- und Elektronikrecycling
 

Das Problem

Elektrische und elektronische Geräte erleichtern das tägliche Leben in allen Bereichen.

Mit ihrer steigenden Verbreitung und den immer kürzer werdenden Lebenszyklen steigt das Abfallaufkommen, das von diesen Produkten verursacht wird ständig an.

Im Zuge des Kreislaufwirtschaftsgesetzes wurde die gesetzliche Vorgabe geschaffen Wertstoffe in Kreisläufen zu führen und Abfälle stärker als bisher zu vermeiden. Zudem sollte der viele gefährliche Stoffe enthaltende Elektronikschrott (E-Schrott) nicht unsere Deponien belasten, sondern durch Wieder-verwertung zur Ressourcenschonung beitragen.

Die anfallende Elektronikschrottmenge wird auf über 1,5 Millionen Tonnen jährlich geschätzt und ist weiter im Wachstum begriffen.

 

Die Gefährdung

Welche Stoffe machen den Elektronikschrott so gefährlich?

  • Das Leiterplattenbasismaterial ist meist mit Flammschutzmitteln behandelt (bromierte organische Verbindungen), diese führen beim Verbrennen zu bromierten Dioxinen (PBDD) und Furanen (PBDF)
  • PCB (polychlorierte Biphenyle) wurden als Dielektrikum in Elektrolyt-Kondensatoren verwandt, bei ihrer Verbrennung können sich Dioxine (PCDD) und Furane (PCDF) bilden; die seit Mitte der achtziger Jahre eingesetzten Ersatzstoffe (z.B. Dimethylformamid, Mineral- und Silikonöle) sind jedoch ebenfalls umweltgefährdend
  • Schwermetalle in Platinen, Bauteilen und Kunststoffen. Es sind z.B. Cadmium, Quecksilber, Zinn, Antimon, Kupfer, Nickel, Kobalt, Zink, Arsen und Wismut enthalten.

 

Die Aufgabe

Wie kann dieses schadstoffbelastete Material verträglich für Mensch und Umwelt verwertet werden?

Deponierung?

  • Enthaltene Schadstoffe belasten das Deponiesickerwasser, das Schadstoffproblem wird nur verlagert
  • Deponieraum wird immer knapper
  • Wertvolle Rohstoffe werden vergeudet

Verbrennung?

  • Bei der Verbrennung können Dioxine, Furane und Schwermetalle freigesetzt werden
  • Die Reststoffe (Schlacke, Filterstaub, Salze aus der Abgaswäsche) enthalten nahezu sämtliche eingebrachten Schwermetalle und sind somit stark schadstoffbelastet
  • Keine Rückgewinnung von Rohstoffen (außer Eisenschrott) möglich

Sowohl aus ökologischem als auch ökonomischem Blickwinkel sind an die Verwertung hohe Anforderungen zu stellen:

  • Vollständige Entfernung aller schadstoffhaltigen Bauteile (PCB-Kondensatoren, Batterien ...)
  • Teileverwertung (Trafos, Motoren, Ventilatoren, elektronische Bauteile ...), soweit dies mit unseren Auftraggebern vereinbart wurde (Weiterverwendung geht vor Wiederverwertung)
  • Wahl der kürzesten Transportwege für Elektronikschrott und anfallende Fraktionen (Verwertung der Rohstoffe in den nächstgelegenen, dafür zugelassenen Anlagen
  • Hohe Qualität der erhaltenen Wertstoff-Fraktionen
  • Höchste Recyclingquoten, die zu einer geringsten Abfallmenge führen
  • Anreicherung der Schadstoffe in möglichst geringen Volumina, um Deponieraum einzusparen
  • Minimierung des Energieeinsatzes und der Emissionen beim Recycling

 

Die Lösung

Die GeReSo mbH stellt sich den vorgenannten Aufgaben durch den Betrieb einer Demontageanlage für Elektro- und Elektronikschrott, die nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigt ist. Die angewandte Technik der manuellen Zerlegung entspricht der großen Inhomogenität des zu verwertenden Materials.

Die Geräte werden an mit Spezialwerkzeugen ausgerüsteten, ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen zerlegt und dabei in ihre einzelnen Fraktionen (derzeit mehr als 80 !) sortiert. In diesem Prozeßschritt erfolgt simultan die Schadstoffentfrachtung. Durch ständige Kontrollen wird eine hohe Qualität der erhaltenen Wertstoffe garantiert. Alle Elektrolyt-Kondensatoren, Quecksilberschalter und -relais, Ni/Cd-Akkumulatoren, Blei-Akkus, Batterien und LCD-Anzeigen werden demontiert und in für die Aufbewahrung von Gefahrstoffen zugelassenen, bauartgeprüften, doppelwandigen Behältern bis zur Entsorgung zwischengelagert. Auch die Entsorgung dieser Stoffe entspricht voll und ganz den abfallrechtlichen Bestimmungen.

Alle angelieferten Geräte und die daraus gewonnenen Fraktionen werden verwogen. Im Betriebs- tagebuch werden sämtliche Stoffströme protokolliert. Diese Bilanzierung ist Voraussetzung für eine wirkungsvolle Überwachung durch staatliche Aufsichtsbehörden.

Der überwiegende Teil der so gewonnenen Stoffe stellt ein Wirtschaftsgut dar: Verschiedenste Metalle, Metallverbunde, sortenreine Kunststoffe und Gläser.

Die schadstoffhaltigen Fraktionen aus der Entfrachtung müssen besonders sicher entsorgt werden: Untertagedeponie für Kondensatoren, Sonderabfallverbrennung für flammgehemmte Kunststoffe, Übertagedeponie für Batterien und Recycling in besonders dafür zugelassenen Anlagen für quecksilberhaltige Bauteile und Ni/Cd-Akkumulatoren.

 

Zwei Fraktionen sind für Elektronikschrott spezifisch und erfordern eine besondere Behandlung:

1. Bildröhren

Diese werden im eigenen Betrieb in einer selbstentwickelten Anlage verarbeitet. Die Bildröhren bestehen aus zwei miteinander verlöteten Glassorten. Die Glasteile werden mechanisch voneinander getrennt und die Leuchtstoffschicht, die Cadmium enthält, wird abgesaugt. Beide Glassorten gehen in die Verwertung. Für die Leuchtstoffschicht wird in einem Projekt in Zusammenarbeit mit mehreren Herstellern von Leuchtstoffen nach Verwertungsverfahren geforscht. Im Gegensatz zu den anderen auf dem Markt angebotenen Verfahren wird bei unserem Prozeß nicht die gesamte Bildröhre zerkleinert und das Leuchtstoffpulver mittels trockener Entstaubung oder einer Waschflüssigkeit entfernt. Bei unserem Verfahren entsteht im Unterschied zu den beiden letztgenannten weniger Sonderabfall (kein mit Leuchtstoff kontaminierter Glasstaub) und kein minderwertiges Mischglasgranulat, das nur als Baustoff Verwendung finden kann. Dabei werden im Glas enthaltenes Blei, Strontium und Barium in die Natur eingebracht und durch Auswaschung freigesetzt. Das Problem der Entsorgung dieser Schadstoffe wird auf gefährliche Weise verlagert (Schadstoffverschleppung).

2.Leiterplatten (Platinen)

Die komplexe Struktur dieser Stoffe erfordert gezielte Verwertungsverfahren.

EDV-Platinen, edelmetallhaltige Platinen:

Von den vollständig schadstoffentfrachteten Platinen werden nach Einvernehmen mit dem Kunden wiederverwendbare Bauteile entfernt. Danach werden diese Platinen in einer modernen, westdeutschen Kupferhütte der Rohkupferschmelze zugesetzt. Dabei verbrennt der organische Anteil vollständig, die hohen Temperaturen (> 1200°C) verhindern die Bildung von Dioxinen und Furanen zuverlässig und gewährleisten eine völlige Zerstörung von Flammhemmern. Die enthaltenen mineralischen Anteile (Keramik, Glasfasern) gehen in die Schlacke über und nahezu sämtliche Metalle können zusammen mit den Edelmetallen wiedergewonnen werden. Mithin entstehen keine Abfälle bei sehr hohen Metallausbeuten. Von Interesse sind hier vor allem die Edelmetalle Gold, Silber, Platin, Palladium und Rhodium aber auch NE-Metalle wie Kupfer, Zink, Zinn und Blei.

Platinen ohne Edelmetallgehalt ("Braune Ware"):

Stammen vor allem aus der Unterhaltungselektronik und werden am vorteilhaftesten in einer trocken-mechanischen Anlage aufbereitet. Dabei werden alle Metalle bis hin zum kleinsten Lötpunkt verwertet. Schrittweise werden mit verschiedenen Mühlen die Platinen zerkleinert und aufgemahlen. Das so aufgeschlossene Material wird mittels verschiedenster Trennverfahren (Magnetscheider, Luftherde, Zyklone, Windsichter) in Kunststoff und verschiedene Metallgranulate getrennt. Die Zusammensetzung der Metallfraktion hängt stark von den Inputgütern ab, sie besteht aus Kupfer, Aluminium, Zink, Zinn und Blei.Das so erhaltene Metallgemisch wird einer Sekundärkupferhütte zugeführt. Das Kunststoffgranulat wird je nach Schadstoffgehalt auf Sonderabfalldeponien abgelagert oder in Sonderabfallverbrennungs-anlagen beseitigt.

 

Unsere Unternehmensphilosophie

ist die konsequente Umsetzung der vorgenannten Forderungen und Ansprüche. Nur eine vollständige Fraktionierung der zu verwertenden Geräte und eine hohe Qualität der erhaltenen Rohstoffe sichert eine industrielle Wiederverwertung zu gleichen Zwecken. Gesetzliche Vorgaben, die Sicherheit und Entsorgung betreffend, sollen nach Möglichkeit übererfüllt werden, um den Stand der Technik voranzutreiben. Auf logistischer Ebene versuchen wir Transporte zu minimieren und auf diese Weise Schadstoffemissionen und Energieverbrauch zu drosseln. Durch einfache, wirkungsoptimierte Anlagen und den Menschen als Mittelpunkt des Systems sparen wir Rohstoffe und Energie ein und schaffen Arbeitsplätze!